
ML Tuning in der Presse:
Auto Bild: test und tuning, Heft Nr.6 2005
"Hier schockt nicht nur die Farbe: Beim extremen Roadster S Racer
von ML Tuning ist fast alles anders."
"Smart ganz hart: karges Cockpit
mit einem Hauch von Alcantara,
Überrollkäfig mit eingeschweißtem Kreuz, Schalensitze, Hosenträgergurte."
Er mißt 1,80 Meter in der Länge, wiegt nach eigenen Aussagen etwa 85 Kilo, ist 36 Jahre alt und er muß ein anatomisches Wunder sein. Anders ist nicht zu erklären, daß Michael Lange, Chef des Zwei-Mensch-Betriebes M.L. Tuning (seine Frau Nicole Ostermann ist Bürochefin) ein Auto auf die Räder stellt, in das ein normalsteifer Mittvierziger fast nicht hinein - und schon gar nicht wieder heraus kommt. Sein giftgrüner Roadster S Racer - für den Veedol-Langstreckenpokal aufgebaut, für die Straße zugelassen, für den täglichen Spaß benutzt - ist ganz sicher das engste Gefährt, in das je ein Redakteur versuchte einzusteigen. Hart und laut ist er obendrein. Kurz: der Wagen ist die grüne Hölle.
Schon der Einstieg in das serienmäßige Smart Roadster Coupé ist nicht einfach, aber der von Lange aufgebaute Renn-Roadie besitzt zusätzlich einen kompletten Käfig und tiefe, dünn gepolsterte Rennschalen mit riesigen Ohren, was den Zugang zum Lenkrad zusätzlich behindert. Nein, wer in seinem Leben noch nie Sport trieb, kommt da nicht oder zumindest nur schlecht hinein.
Wer es dennoch geschafft hat, sitzt erst mal ratlos in einer dunklen, grünen Höhle. Das Blickfeld ist eingeschränkt durch eine breite Blendschutzfolie sowie durch das Rohrdickicht und dessen Verbindungen mit dem Ur-Smart dank Lochblech. Teppiche, Mitteltunnelverkleidung, Airbags - alles raus zur Gewichtsersparnis. 700 Kilo hat Lange angepeilt, 825 Kilo haben wir gemessen - nur 15 Kilo weniger als in der Serie. Ein bißchen Alcantara an den Türtafeln und am Lenkrad sowie ein paar Carbonplatten vermitteln Reste von Gemütlichkeit.
Nach dem Festzurren der Hosenträgergurte wird die Straße zur Piste. 115 PS knattern aus drei Zylindern am Heck und machen eine Menge Lärm, der Vierrohrauspuff bemüht sich um passende Optik. Wunder darf man vom S Racer trotzdem nicht verlangen, der durch Software-Anpassungen herausgepreßte Kraftzuwachs (Serie: 82 PS) ist erst bei höheren Drehzahlen spürbar. Im Zuge des Dateneingriffs hat Lange auch die Smart-typischen Schaltpausen des sequentiellen Sechsganggetriebes um 20 bis 25 Prozent verkürzt. Aber Pause bleibt Pause und lässt sich auch nicht wegprogrammieren. Aber ohne dies wär's ja auch kein Smart...
"Die feinen Details des S Racer sieht man erst auf den zweiten Blick - wie den Luftauslaß gegen Hitzestau, den Schalthebel in Kolbenform (50 Euro) oder Vierrohr-Sportauspuff. Die Dachhälften können trotz Käfig abgenommen werden."
Keine Kritik gibt's am Gewinde-Fahrwerk. Die Härte ist für die Nordschleife abgestimmt, ausreichende Restfederwege machen die Stadtfahrt nicht gleich zur Tortur. Doch die Domäne des S Racers ist nun mal die Rennstrecke oder die Landstraße. Mit der exakten, direkten Lenkung läßt es sich vortrefflich in die Kurven zirkeln, und der Wechsel zwischen drittem, viertem und fünften Gang per Lenkradpaddel machen nach Eingewöhnung tatsächlich richtig Spaß.
Auf der Autobahn spürt der Pilot zunächst die Vorteile des S Racers, bei hohem Tempo aber auch seine Nachteile: Im Spurt von 0 auf 50 km/h nimmt der getunte Roadster der Serie nur 0,3 Sekunden ab. (3,0 statt 3,3) auf 100km/h sind es bereits 1,5 Sekunden (10,8 statt 12,3) auf 160km/h stattliche 12,6 Sekunden (29,2 statt 41,8). Die Spitz von 205 erreicht er mit Mühe, die Serie gibt allerdings schon bei 175 km/h auf. Auf Dauer wird der rasende S Racer allerdings zur Lärm-Hölle. Und der Wind spielt mit dem leichten Floh, wie er will.
Übrigens: Wer einen S Racer bestellt, wird ihn nicht in diesem Mint-Grün erhalten. Lange baut jedes Exemplar nur einmal in einer bestimmten Farbe. Aber rote oder gelbe Höllen können genausoviel Aufmerksamkeit erregen. (R.Löwitsch)
Wer jung, gelenkig und extrovertiert ist sowie mehr als 10 000 Euros fürs Komplett-Tuning übrig hat, der wird glücklich mit dem auffälligen Extrem-Smart. Die anderen haben schon mit 350 Euro fürs Motortuning Spaß.
ML Tuning in der Presse:
Auto Bild: test und tuning, Heft Nr.4 2004
"Vier Rohre für ein Halleluja: Der markerschütternde Sound bildet
das akustische Markenzeichen des ML Roadster."
"Für ein dezentes Kontrastprogramm sorgen die
geschwärzten Zierleisten."
Dumpf und druckvoll dringt es aus den Rohren auf die Ohren, empfindsame Zeitgenossen werden gleich an der nächsten roten Ampel wieder aussteigen. Dorthinzukommen dauert in der Regel nicht lange, denn der M.L. Roadster ist genauso spurtstark, wie er sich anhört. Allerdings nicht ganz so schnell, wie es seine Erbauer versprechen. Von den angekündigten 205 km/h blieb er weit entfernt, kam selbst mit Rückenwind nicht über die 200er Marke.
Aber: Mit 380 Euro für die Leistungssteigerung liegen die Bornheimer am unteren Ende der Preisskala und berechnen für ihr Kraftpaket noch nicht einmal die Hälfte des Lorinser-Tarifs - Einen Maximalwert verzeichnet der M.L. dagegen auch in einer Disziplin, wo man kleinere Zahlen ebenfalls lieber sieht: 8,7 Liter pro 100 Kilometer sind eine Menge Futter für 109 Pferde, die eine 845 Kilo leichte Kutsche ziehen. Für den M.L.- Knallbolzen spricht sein Fahrwerk: Die verbauten Federn sind zwar kürzer, aber kaum härter als bei der Serie. [...]



